Risikogruppen

Gefährdete Menschen schützen

Die Suizidforschung zeigt, dass unter anderem Hinterbliebene nach einem Suizid, LGBT+ (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender), Menschen nach einem Suizidversuch, ältere Menschen und Erwerbslose eine besondere Suizidgefährdung aufweisen. Mit zielgruppenspezifischen Massnahmen soll die Anzahl der Suizide und Suizidversuche bei den verschiedenen Risikogruppen gesenkt werden.

Hinterbliebene
Wenn sich ein Mensch das Leben nimmt, ist es Aufgabe der Polizei, die genauen Todesumstände zu ermitteln. Dabei sind die Polizeibeamten und -beamtinnen jeweils auch in Kontakt mit den Hinterbliebenen. Diese Präventions­chance nutzen wir in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei. Die ermittelnden Beamten und Beamtinnen geben Hinterbliebenen einen Flyer mit Informationen, Notfallnummern und weiteren Ansprechpersonen ab. Zudem weist die Kantonspolizei rund zwei Wochen nach dem Vorfall auf das Unterstützungs­angebot (telefonische oder face-to-face Beratung) eines Trauerbegleiters hin. Dieses Angebot wird durch das Schwerpunktprogramm finanziert.

Auf suizidpraevention-zh.ch sind viele Informationen für Hinterbliebene nach einem Suizid aufgeschaltet. Weiter ist ein Leitfaden für Selbsthilfegruppen in Erarbeitung.

LGBTQ+
Im Rahmen des Schwerpunkt­programms finden verschiedene Vernetzungsanlässe statt und es werden Fortbildungen angeboten. Dabei wird auch die Bedeutung der Suizid­prävention bei LGBTQ+ Menschen thematisiert. Im Rahmen unseres Kantonalen Aktionsprogramms «Psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen» führen wir ebenfalls ein Angebot für junge LGBTQ+ Menschen.

Ältere Menschen
Mit Fachpersonen aus dem Bereich Alter wurde 2018 ein Workshop durchgeführt, um geeignete Präventions­massnahmen zu identifizieren. Dieses Wissen fliesst in die Fortbildungen für in der Altersarbeit Tätige ein. Weitere Massnahmen, wie die z.B. die stärkere Vernetzung im Altersbereich werden ab 2019 im kantonalen Aktionsprogramm «Prävention und Gesundheitsförderung im Alter» umgesetzt.

Erwerbslose
Um Erwerbslose möglichst früh zu erreichen, wird in den Fortbildungen für Führungskräfte und HR-Fachleute gezielt für die Thematik sensibilisiert. Zudem stehen wir in Austausch mit den regionalen Arbeitsvermittlungsstellen.

Menschen nach einem Suizidversuch
Das Kurztherapieangebots ASSIP (Attempted Suicide Short Intervention Program) für Menschen nach einem Suizidversuch trägt dazu bei, das Suizidrisiko zu senken. Mit Unter­stützung durch das Schwerpunkt­programm wird ASSIP nun in vier Zürcher Kliniken angeboten (Klinik für Psychiatrie und Psycho­therapie Universitätsspital Zürich, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Clienia Schlössli und Sanatorium Kilchberg).

Bei Fragen zum Projekt
Martina Blaser
Koordinatorin Suizidprävention Kanton Zürich
Tel. 044 634 46 58
martina.blaser(at)uzh.ch